Letztendlich waren es sogar vier ehemalige Rottenburger Volleyball-Bundesligaspieler, die am vergangenen Samstag in Sindelfingen beim Regionalliga-Derby gegen den ASV Botnang auf dem Platz standen. Die Sindelfinger hatten noch den Neu-Dienstältesten im Kader, Alex Haas, aus dem Hut gezaubert. Dieser zeigte bei seinen Einwechslungen in Satz 2 und 4, dass er in den letzten Jahren nichts verlernt hat und spielte ruhig und clever gegen die athletischen Botnanger.

Gereicht hat es am Ende leider doch nicht, gegen den zwar Aufsteiger, aber doch gleichzeitigen Staffelfavoriten aus der Nachbarschaft: „Wenn Botnang so konsequent auftritt und die Spieler, die ja auch noch gefehlt haben zurückkehren, dann sind sie für mich ganz heißer Kandidat auf den Titel“, so Coach Hadi nach dem Spiel.

Die Sindelfinger, bei denen neben Alex Haas auch noch Neu-Libero Isidoros Dimitroudis ein starkes Debut bei seinen Einwechslungen feierte, hatten sich gut auf den Gegner vorbereitet. Konsequent umspielten sie im Aufschlagspiel die beiden Ex-Rottenburger Annahme-Asse Elsässer und Mehlberg, griffen einige Male im Block zu und gestalteten Satz eins sehr ausgeglichen. Im zwischenzeitlichen Privatduell Metzger vs. Mehlberg stand es zu Satzende +1 für Metzger (der weggezogene Block zählt doppelt…), doch insgesamt hatte der ASV leicht die Nase vorn und führte 24:22 als sich nun auch der Schiedsrichter, ebenfalls bundesligaerfahren, aktiv ins Spielgeschehen einbrachte und beim Aufschlag der Botnanger, der mehrere Meter ins Aus segelte, eine Ballberührung der Sindelfinger erkannt hatte. Statt Chance auf den Ausgleich, also nun 0:1 nach Sätzen.

Der VfL zeigte jedoch die Mentalität, die der Dortmunder Borussia aktuell leider fehlt, und spielte Satz 2 furios. Botnang stellte als Reaktion um und spielte nun mit nur zwei Annahmespielern, um Stabilität ins eigene Sideout zu bekommen. Dies gelang gut und in der Crunch-Time beim 23:23 schlug das Pendel diesmal für die Sindelfinger aus. Mi einer glücklichen Entscheidung des Unparteiischen sicherte sich der VfL den Punkt und schließlich auch den Satz.

Kleinere Unkonzentriertheiten kosten einen verdienten Punkt

Man kann nun nicht sagen, das das Pulver der Hausherren verschossen war, doch nach den ersten beiden Sätzen schlichen sich bei den Gastgebern kleinere Abstimmungsfehler sowie Unkonzentriertheiten im Block-Abwehr-Komplex ein und insgesamt lies die Spannung einfach ein bisschen nach. „Letztendlich hatte Botnang schon den Sieg verdient, ein Punkt wäre aber auf jeden Fall drin gewesen. Trotzdem, es war ein tolles und spannendes Spiel heute, vor allem für uns auf der Tribüne“, meinte einer der über 100 Zuschauer in der Sporthalle Stadtmitte. Botnang spielte alles in allem auf einem sehr hohen Niveau, zeigte enorme Stabilität in den Aktionen und entschied Satz 3 souverän mit 25:21 für sich. Auch im vierten Durchgang lief der VfL meist hinterher, Spannung brachte kurz vor Schluss der Schiedsrichter nochmal in die Partie, als etwas fragwürdige Technikentscheidungen die Crunch-Time einläuteten. Am Ende feierten dann aber doch die Gäste aus Botnang.

Wichtiges Auswärtsspiel in Friedrichshafen

Am Samstag, den 12.10. gastieren die Sindelfinger bereit um 15:30 Uhr beim Absteiger aus der dritten Liga in Friedrichshafen. Es ist mal wieder ein richtungsweisendes Spiel. Mit einem Sieg ist man „voll im Soll“, bei einer Niederlage steht man beim Heimspiel gegen die bisher sieglose Zweitvertretung aus Konstanz doch etwas mehr unter Druck..

Für den VfL spielten gegen Botnang: Conrad Darmer, Chris Cartano, Sven Metzger, Thomas Meyer, Thomas Dörr, Jefferson do Nascimento, Jona Unger, Nico Holze, Magnus Irion, Isidoros Dimitroudis, Alex Haas, Björn Metzger

Wer am Samstag ab 20 Uhr aufs Volleyball-Feld in der Sporthalle Stadtmitte in Sindelfingen schaut, der findet dort gleich drei ehemalige Rottenburger Bundesliga-Profis wieder. Oberliga-Aufsteiger ASV Botnang hat mit Dirk Mehlberg (Annahme-Außen) und Hannes Elsässer (Libero) gleich zwei davon in ihren Reihen und kommt nach zwei Siegen zum Saisonstart mit breiter Brust zum VfL.

Nummer drei ist in Sindelfingern ein alt-bekannter. Sven Metzger spielt nun seine dritte Saison beim VfL und war auch beim ersten Saisonspiel, einem 3:2 Auswärtserfolg beim SSC Karlsruhe, wieder fleißigster Punktesammler. „Klar freut man sich darauf, alte Weggefährten wiederzutreffen“, so Metzger. „Spielerisch wird das sicher auch hochinteressant am Samstag. Botnang ist zwar Aufsteiger aber zählt definitiv zu den stärkeren Mannschaften der Liga. Wir hoffen auf einen heißen Tanz und vor allem auf das super Sindelfinger Publikum!“, so Metzger weiter.

Coach Hadi kann zum Heimspielauftakt quasi aus dem vollen schöpfen. „Unser Kader ist grundsätzlich mit 14,15 Spielern perfekt, allerdings können einige Spieler aus verschiedensten Gründen nur die Hälfte der Spiele bestreiten. Das macht es manchmal schwer den perfekten Rhythmus zu finden. Am Samstag sind wir allerdings sehr gut besetzt und wir konnten die letzten Wochen gut trainieren!“

Nicht mehr dabei sein wird Libero Benjamin Burkard, der aufgrund anhaltender Rückenprobleme leider die Volleyball-Schuhe endgültig an den Nagel hängen musste. „Letztendlich kommt es auf unser Aufschlag- und Annahmespiel an“, so der Coach. „Wenn wir es schaffen Botnangs Bundesliga-Annahmeriegel zumindest ein bisschen in Schwierigkeiten zu bringen und selbst ein stabiles Sideout aufbauen können, dann sind definitiv Punkte drin am Wochenende. Auch hoffe ich auf Emotion auf dem Feld. Es ist schließlich ein echtes Derby und die Spieler kennen sich gut!“

Spielbeginn ist am Samstag, 05.10. um 20:00 Uhr in der Sporthalle Stadtmitte. Eintritt ist frei!

So richtig freuen wollte sich irgendwie niemand, als nach knapp zwei Stunden Spielzeit ein Block von Sven Metzger den 5. Satz mit 16:14 zu Gunsten der Sindelfinger entschied. Zu ärgerlich war der Spielverlauf, der so vielversprechend begann. Aber alles der Reihe nach.

Nach der krankheitsbedingten Absage von Außenspieler Jannik Reich reiste der VfL zwar immer noch mit 10 Spielern nach Karlsruhe, davon aber drei nominelle Liberos. So blieb Routinier Martin Tischhäuser das „Allrounder-Los“, denn Benjamin Burkard und Magnus Irion streiften sich das andersfarbige Trikot über. Und Thomas Meyer, gerade frisch aus dem Krankenstand, fand sich aufgrund des kleinen Kaders ehe er sich versah in der Starting-Six wieder.

Der VfL startete furios. Der Annahme-Riegel um Neuzugang Jona Unger, Libero Burkard und Thomas Meyer stand stabil und vorne wütete vor allem Sven Metzger. „Satz 1 und 2 war stark. Wir haben wie im Training einstudiert, unserer Block-Abwehr-Positionen gehalten und so erfolgreich verteidigt wie lange nicht mehr“, so Coach Hadi. Dass der SSC keine Laufkundschaft ist, zeigte er zu Beginn selten, die Hausherren agierten fahrig und ungenau in ihren Aktionen. Zudem knallte Ex-Bundesliga-Spieler Metzger den Badenern in Satz 1 und 2 jeweils zwei Aufschlagserien um die Ohren, die für eine beruhigenden Vorspruch sorgten. Der Block um Thomas Dörr und Jeff Nascimento war gut sortiert und gegen den starken Jona Unger hatte der Hauptangreifer des SSC auf der Diagonalen ein ums andere Mal das Nachsehen. 25:16 und 25:17 waren die deutlichen und verdienten Satzergebnisse.

Die Annahme wackelt und so auch das Spiel

Alles Reden a la „jetzt müssen wir unbedingt die Konzentration hoch halten“ etc. nützte zu Beginn von Satz drei leider nichts. Der SSC schaffte es nun seinerseits den Aufschlagdruck zu erhöhen, der Annahmeriegel wackelte beträchtlich und zur Satzmitte ersetzte Irion Burkard auf der Liberoposition. Doch die Konzentration war weg. Die Annahme blieb ungenau, Zuspieler Darmer, bis dahin souveräner Ballumlenker, hatte mehr und mehr Probleme und so verteidigten die Hausherren Angriff um Angriff der Sindelfinger. „Wir haben einfach keinen Ball mehr tot bekommen. Das war echter Mist“, so Jona Unger, der insgesamt einen starken Einstand mit seinem neuen Team feierte.

Mit Glück den fünften Satz entschieden

Verdient gewann der SSC die Durchgänge drei und vier und als Mittelblocker Strotjohann mit einer weiteren starken Aufschlagserie auf 6:2 stellte, roch es eher nach Heim- als nach Auswärtssieg. Die Sindelfinger steckten allerdings nicht auf und kämpften sich ins Spiel zurück. Hochklassig war es nicht mehr, dafür aber hart umkämpft. Punkt für Punkt arbeiteten sich die Daimlerstädter heran, und gingen beim 14:13 wieder in Führung. Der erste Matchball wurde noch abgewehrt, das nachfolgenden Sideout stand und dann beendete der Metzger-Block das Spiel für Sindelfingen.

„Die zwei Punkte sind gut für den Einstand, nach dem Spielverlauf schmerzt allerdings der verlorene eine Punkt etwas mehr als dass wir uns über die gewonnenen freuen können. Zumal das nächste Heimspiel gegen Botnang verdammt schwer wird!“, resümiert Coach Hadi.

Der VfL hat nun zwei Wochenenden spielfrei, dann kommt es am 05.10. zum Derby gegen den ASV Botnang. Und zum Wiedersehen einiger Bundesliga-Gefährten. Auf Botnanger Seite spielen mit Johannes Elsässer und Dirk Mehlberg ebenfalls zwei ehemalige Rottenburger 1.-Liga-Akteure. „Wiedersehen macht Freude“ heißt es, zumindest vor und vielleicht auch nach dem Spiel! ;)

Für den VfL spielten gegen Karlsruhe: Conrad Darmer, Sven Metzger, Thomas Meyer, Thomas Dörr, Jefferson do Nascimento, Jona Unger, Nico Holze, Magnus Irion, Benjamin Burkard, Martin Tischhäuser

Am Samstag, den 14.09. starten die Sindelfinger in die Mission „Klassenerhalt“ beim badischen Konkurrenten des SSC Karlsruhe. „Die Klasse möglichst frühzeitig halten ist unser oberstes Ziel. Insgesamt ist die Liga eher stärker als letztes Jahr einzuschätzen, es wird ein hartes Stück Arbeit für uns, meint Coach Hadi vor dem Saisonstart.

Letztes Jahr hatte man nach einer bärenstarken Vorrunde durch Nachlässigkeiten und einige schwache Spiele erst auf der Zielgeraden und mit Siegen in den letzten Spielen für einen beruhigenden Tabellenplatz gesorgt.

Der VfL will wieder jubeln – Saisonstart ist am Samstag in Karlsruhe

Ein kleiner Umbruch wird eingeläutet

Die neue Saison bringt nicht nur einen neuen Spielball, neue und stark einzuschätzende Gegner aus Fellbach, Friedrichshafen, Botnang und Konstanz, sondern auch einige Veränderungen im Kader der Sindelfinger mit sich. Die langjährigen Spieler Jonas Breuer und Nico Dworschak haben ihre Karriere beendet, Orgil Bayarshaikan geht zurück in die zweite Mannschaft und Julian Bubek will kürzer treten und steht daher nur an manchen Spieltagen zur Verfügung. Daher wurden im Sommer viele Gespräche geführt und so wird man ab Oktober beim ersten Heimspiel auch einige neue Gesichter in der Sporthalle Stadtmitte erleben.

„Mit Jona Unger und Jefferson do Nascimento konnten wir zwei super Jungs vom TV Rottenburg für uns gewinnen, die uns auf Annahme-Außen und im Mittelblock verstärken werden Zudem kommt mit Nico Holze Unterstützung aus der zweiten Mannschaft . Insgesamt sind wir gut aufgestellt dieses Jahr, auch haben wir top Unterstützung aus der zweiten Mannschaft im Training und führen aktuell nach wie vor Gespräche mit weiteren  Spielern. Für unser erstes Spiel in Karlsruhe steht aber der Kader fest, kleinere Überraschungen wird es wohl erst in den Spielen danach geben, sagt Coach Hadi mit einem verschmitzten Lächeln.

Richtungsweisender erster Spieltag

Das Spiel in Karlsruhe ist gleich ein besonders wichtiges. Letztes Jahr kämpften beide Mannschaften lange gemeinsam um den Klassenerhalt und damit will der VfL ja versuchen möglichst wenig zu tun zu haben. Nach dem Spiel am Samstag ist dann erstmal drei Wochen Pause, da das Spiel gegen Konstanz verlegt wurde. Zum ersten Heimspiel kommt es erst am 05.10. und das hat es in sich: Mit dem ASV Botnang kommt ein Nachbar, Dauerrivale und vor allem Titelaspirant, der sich enorm verstärkt hat in die Sporthalle Stadtmitte. „Jetzt konzentrieren wir uns aber erstmal voll auf Karlsruhe. Wir haben in den letzten Wochen viel im Bereich Block/Abwehr-Verhalten gearbeitet. Das soll erste Früchte tragen am Wochenende“, so Coach Hadi.

Anpfiff zum Saisonauftakt ist am Samstag um 19:00 Uhr im Otto-Hahn-Gymnasium in Karlsruhe.

Der VfL-Kader für das Spiel in Karlsruhe: Conrad Darmer, Sven Metzger, Thomas Meyer, Thomas Dörr, Jefferson do Nascimento, Jona Unger, Jannik Reich, Nico Holze, Magnus Irion, Benjamin Burkard, Martin Tischhäuser