Nach einem sonnigen Samstagnachmittag traf sich der Kader der Herren I vom VfL Sindelfingen gegen 16.30 Uhr zur Abfahrt gen Aalen an der Festung Stadtmitte. Stark dezimiert durch teils unglücklichen Zusammenfall wichtiger Termine einiger Spieler, stiegen die Anwesenden sieben plus Coach Ahmad Hadi mit eher mulmigem Gefühl in die Autos, in der Hoffnung, dennoch an die starke Leistung und das gewonnene Selbstbewusstsein des vorangegangenen Spiels gegen die Allianz anknüpfen zu können. Wohlwissend, ein hartes Stück Arbeit vor sich zu haben, wenn für die Fahrt zu einem Auswärtsspiel zwei Autos ausreichen. Glücklicherweise fasste eines beiden Autos überraschend 5 Spieler: Bis dato beim VfL ungeschlagener Gelegenheits-Gastspieler Björn Metzger hatte nach einem Jahr Volleyball-Abstinenz die Sportschuhe vom Dachboden geholt und beehrte seinen jüngeren Bruder Sven und dessen Mannschaft mit einem Besuch auf dem Platz, um das Spiel der Sindelfinger auf der Mittelblock-Position zu unterstützen.

In Aalen angekommen wurde schnell klar, dass dies ein Spiel werden sollte, bei dem über Sieg oder Niederlage entscheidet, wer länger die Nerven behält - denn auch die Gastgeber der MADS Ostalb konnten mit einem Kader von 8 Mann nur auf geringen Rückhalt von der Auswechselbank zurückgreifen. Entsprechend nervös traten unsere Herren im ersten Satz auf das Feld, im Gegensatz zum Erfolgsrezept in der Woche zuvor mit Sven Metzger wieder auf der Außenposition, Thomas Meyer auf der Diagonalen und Björn Metzger als wertvolle Verstärkung von Thomas Dörr auf der Mittelblock Position. Notgedrungen tauschte Libero Magnus Irion sein schwarzes Trikot erneut gegen ein blaues, um als regulärer und wertvoller Auswechselspieler sein Team unterstützen zu können.

Aus der Nervosität ergab sich ein erster Satz mit vielen Unsicherheiten in allen Teildisziplinen. Seien es schlechte Absprachen in Annahme und Abwehr, Unsicherheiten im Zuspiel oder das Liegenlassen guter Chancen im Angriff. Für die mitgereisten Fans war deutlich zu sehen, dass die Sechs auf dem Feld in der laufenden Saison in dieser Konstellation noch nicht eingespielt waren. „Wir betreiben diesen Sport alle als Hobby und da ist es leider nicht auszuschließen, dass es manchmal Termine gibt, die es uns nicht ermöglichen auf den gesamten Kader zurückzugreifen.“, beschreibt Kapitän Chris Cartano die Realität des Volleyballs in der Regionalliga. Aufgrund der hohen Zahl an Eigenfehlern liefen die Sindelfinger den gesamten Satz einem Vorsprung der souverän aufspielenden Heimmannschaft hinterher. Folgerichtig ging der erste Satz, in dem in aller Deutlichkeit nicht an das letzte Heimspiel angeknüpft werden konnte, mit 17:25 an die MADS Ostalb.

Die klare Forderung nach weniger nicht durch den Gegner erzwunger Fehler und mehr taktischen Vorüberlegungen beim Aufschlag zeigten Wirkung. Darüber hinaus ließ Coach Hadi den leicht angeschlagenen Sven Metzger über die Diagonalposition angreifen. In Folge dessen wechselte Thomas Meyer auf die Außenposition. Die Gäste zeigten sich plötzlich abgeklärter und souveräner in ihren Aktionen und es entwickelte sich das spannende Spiel, das man bei zwei Tabellennachbarn in der Regionalliga erwarten darf. Auch der fern angereiste Gastspieler Björn Metzger fand in seinen Rhythmus, punktete zuverlässig über die Mitte und stellte überaus wertvolle Blocks. Auch wenn die Bemühungen der Blockreihen nicht zu direkten Punkten führten, ermöglichten sie der Abwehr um Martin Tischhäuser sich gut zu positionieren und mit guten Aktionen zu glänzen. Dank eines gewachsenen Selbstbewusstseins endete der offene Schlagabtausch mit einem 25:23 für die Gäste aus Sindelfingen.

Im dritten Satz gelang es den Gästen zunächst nicht, den Schwung des vorangegangenen Satzes mitzunehmen und so ging MADS mit 4 Punkten in Führung. Doch die Eingewöhnungsphase war nun endgültig überwunden, die gewonnene Motivation und der Siegeswille zeigten ihre Wirkung. So konnten die Sindelfinger ihre Eigenfehler auf ein Minimum reduzieren, setzen den Gegner durch ein stabiles Sideout unter Druck und überzeugten durch starke Angriffe, die Zuspieler Cartano durch nun zunehmend gute Annahmen des Dreier-Riegels um Libero Tischhäuser auf alle Positionen zu verteilen wusste. So kämpften sich unsere Herren ein Break ums andere zurück in den Satz und entschieden diesen durch eine herausragende Mannschaftsleistung schließlich mit 25:20 für sich.

Der vierte Satz begann erneute mit einem kleinen Durchhänger der angereisten Sindelfinger, und die Gegner konnten sich zunächst ein weiteres Mal ein paar Punkte absetzen. Allen wurde bewusst, dass sich diese ebenso stark und geschlossen auftretende Mannschaft so einfach nicht geschlagen geben würde. Auf beiden Seiten war der Siegeswille deutlich zu spüren. Unsere Herren schlossen gleichauf mit den Gastgebern und angefeuert von großartiger Stimmung der heimischen sowie der aus Sindelfingen mitgereisten Fans entwickelte sich ein starkes Sideout Spiel auf beiden Seiten des Netzes, mit außergewöhnlich wenigen Breaks. Doch wie die Gastgeber punkteten die Herren des VfL zuverlässig. Aufgrund des sich zunehmend auf einem Bein bewegenden Sven Metzger fanden die Pässe des Zuspielers Cartano vermehrt ihre Abnehmer auf den Außenpositionen, da sich die Gastgeber weiterhin auf den dennoch souverän punktenden Metzger auf der Diagonalen konzentrierten. Der kurzfristig im zweiten Satz zum Annahme Außen deklarierte Thomas Meyer fand in seinen Rhythmus und verwandelte ebenso wie Jonas Breuer ein ums andere Mal wertvolle Punkte. Die Hochform der Mannschaftsleistung wurde belohnt durch einen nahezu blockfreien Pass, den Meyer in das gegnerische Feld versenkte. Ab diesem Zeitpunkt schien das symptomatische Hin und Her der Sideouts gebrochen und die Sindelfinger holten sich nach hart umkämpften Ballwechseln die entscheidenden Punkte zum 25:22 Sieg und 3 Punkten auf dem Konto, mit denen noch am Nachmittag nicht unbedingt zu rechnen war. „Es war unglaublich wertvoll, Björn heute als Verstärkung dabei gehabt zu haben, sonst hätten wir diese Flexibilität auf der Außen- und Diagonalposition nicht gehabt und das Spiel voraussichtlich nicht zu unseren Gunsten entscheiden können.“, resümierte Coach Hadi nach dem Spiel, stolz auf die Leistung, die seine Mannschaft heute gezeigt hatte.

Es spielten für den VfL Sindelfingen: C.Cartano, S.Metzger, B.Metzger, J.Breuer, M.Tischhäuser, M.Irion, T.Dörr, T.Meyer

„Das war ganz stark heute! Wir waren in allen Elementen unserem Gegner überlegen!“ Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht machte sich Trainer Ahmad Hadi nach dem überzeugenden 3:0 Heimerfolg gegen die favorisierten Stuttgarter auf den Heimweg. Der VfL, diesmal bis auf den langzeitverletzten Burkard und Tischhäuser mit vollem Kader angetreten, setzte das um, was Trainer Hadi am Donnerstag zuvor beim knappen Pokalerfolg gegen die dritte Garde der Stuttgarter bereits getestet hatte.

„Wir haben unser Spielsystem verändert und Thomas Meyer in den Mittelblock gezogen und dafür Sven Metzger als diagonalen Hauptangreifer aufgestellt. Die Taktik ging heute voll auf“, resümierte auch ein überglücklicher Kapitän Christian Cartano.

Thomas Meyer begrüßte die Gäste mit mehreren Blocks zu Beginn des Spiels und Sven Metzger spielte während der gesamten drei Sätze seine enorme Angriffswucht auf der Diagonalen aus und war Punktegarant Nummer eins der Hausherren.

Um die stabile Annahme von Libero Irion gelang es Zuspieler Cartano immer wieder gute Angriffssituation zu kreieren und auch die beiden Außenangreifer Bubek und Reich dankten es ihm mit vielen, teils unkonventionellen, Punkten. „Wenn die zwei auf außen heiß laufen, dann willst du nicht im Block gegen sie spielen“, meinte auch der letztjährige Kapitän Alex Horvath, der seit diesem Jahr als Zuschauer seine VfL-Jungs unterstützt und die aktive Karriere nach dem letztjährigen Aufstieg beendet hatte. Die Verteidigung der Stuttgarter biss sich tatsächlich die Zähne am Spiel der Sindelfinger aus. Immer wieder schlugen Bubek und Reich den Block an oder legten gefühlvoll die Bälle ins Spielquadrat der Gäste.

Am Ende stand folglich ein souveräner Sieg, mit dem sicher nicht alle gerechnet hatten. Kommende Woche spielen die Sindelfinger auf der Ostalb, ein wichtiges Spiel gegen einen Tabellennachbarn. Mit einem Sieg könnte man den Anschluss ans Mittelfeld wieder direkt herstellen. Bei einer Niederlage hingegen müssen die Sindelfingern wohl doch wieder eher nach untern schielen. Wir sind gespannt!

Für den VfL spielten: Irion, Cartano, Darmer, Breuer, Bubek, Reich, Meyer, Dworschak, Bayarsaikhan, Dörr, Metzger & Coach Hadi

Es war zu erwarten, dass der Gegner aus Ludwigsburg sicherlich keine Gastgeschenke mitbringt. Dass es am Ende aber eine so deutliche Angelegenheit wurde, hatten die Fans dann aber doch nicht erwartet. Das Spiel hatte einige kleine Geschichten vorab zu erzählen, so standen doch auf Ludwigsburger Seite drei ehemalige VFL-Nachwuchsspieler an der Seitenlinie. Dort blieben Sie allerdings auch das gesamte Spiel über und beschränkten sich aufs anfeuern. „Die erste Sechs der Ludwigsburger ist schon eine Wucht. In Sachen Athletik und Sprunggewalt macht denen in dieser Liga vermutlich niemand etwas vor“, resümierte Mittelblocker Dworschak nach dem Spiel. Die ganze Sprunggewalt erfuhren die Hausherren in Satz eins und zwei direkt zu Beginn, als Ihnen die Topspin-Aufschläge der Ludwigsburger um die Ohren flogen und die beiden Sätze nach einem 1:8 im ersten und 1:7 im Zweiten gefühlt schon beim Start gelaufen waren. „Die haben uns mit den Aufschlägen rausgeschossen“, stellte auch Außenspieler Jonas Breuer fest. Da nutzte es auch nicht, dass der VfL einen hochkarätigen Neuzugang präsentieren konnte. Conrad Darmer, neuer Zuspieler, der direkt im ersten Satz das Vertrauen von Coach Hadi geschenkt bekam und Regie führte. „Er ist eine echte Verstärkung. Klar, er hat einige Jahre keinen Ball in der Hand gehabt. Aber wer einmal auf 2. Bundesliga-Niveau gespielt hat, der verlernt das Volleyballspielen nicht, das hat man deutlich gesehen heute. Ich hoffe, wir können ihn gut bei uns integrieren und ihm Lust auf mehr Volleyball beim VfL machen“, sagte Coach Hadi.

Auch für ihn war es eine spezielle Geschichte heute, stand er letztes Jahr noch für die Gäste aus Ludwigsburg an der Seitenlinie. Doch auch die Erfahrung des Coaches und das Wissen um die Schwachstellen der Gegner nützte den Hausherren an diesem Abend nichts. Ludwigsburg dominierte die Partie nach Belieben, auch weil der VfL wieder fahrig und undiszipliniert in Standardabläufen agierte. Nur im dritten Satz, als der enorme Druck der Gäste etwas nachließ, zeigten die Sindelfinger, dass sie mithalten können. Die Einwechslung von Ju Bubek, neben Sven Metzger bester Akteur an diesem Abend, stabilisierte die Annahme und brachte vor allem positive Stimmung auf das Feld. Die Körpersprache wurde besser und bis zur Satzmitte war das Spiel vollkommen ausgeglichen.

Doch Ludwigsburg präsentierte sich ganz im Stile einer Spitzenmannschaft. Sobald der VfL eine Chance ungenutzt lies, wurde er sofort bestraft. Ludwigsburg zog auf 15:11 davon, nach einer kleinen Aufschlagserie von Sven Metzger keimte zwar noch etwas Hoffnung bei den Gastgebern auf, doch letztendlich entschied Ludwigsburg den Satz und somit das Spiel verdient für sich.

Für den VfL spielten:, Irion, Cartano, Breuer, Bubek, Meyer, Dworschak, Bayarsaikhan, Metzger, Darmer & Coach Hadi

Am Samstagabend stand das Auswärtsspiel bei der regionalligaerfahrenen Mannschaft vom TSG Heidelberg/Rohrbach an. Die Zielsetzung der Daimlerstädter  war zu punkten. Das gelang jedoch  nicht und das Spiel wurde mit 1:3 (17:25, 19:25, 25:22 & 22:25) verloren.

Coach Hadi musste seine zuletzt siegreiche Mannschaft umstellen, da neben dem langzeitverletzten Burkard gleich 3 wichtige Stützen (Dörr, Dworschak & Irion) kurzfristig ausfielen. Dafür kehrte im Mittelblock Bayarsaikhan zurück und Meyer ersetzte Dworschak). Unbeeindruckt von der „ungewöhnlichen Aufstellung“ zeigte sich jedoch sein Team zu Beginn des Spiels und führte früh mit 7:4. Je länger der Satz dauerte desto stärker wurde jedoch die Heimmannschaft und zeigte dem VfL an diesem Tag deutlich seine Grenzen auf.

„Die ersten beiden Sätze haben wir mit unserer Annahme verloren, in dieser Phase wäre es gut gewesen, wenn ich eine gut besetzte Auswechselbank gehabt hätte, um den einen oder anderen Wechsel durchzuführen“, resümierte Coach Hadi nach dem Spiel. Da er lediglich 7 Spieler zur Verfügung hatte.  Im 3. Satz konnte der VfL zumindest teilweise an sein ansonsten so konsequentes Side-Out Spiel anknüpfen und regelmäßig über den stark agierenden Metzger punkten. Im 4. Satz sah es bis zum 19:17 ebenfalls gut aus, jedoch machte man wieder entscheidende Fehler und die Heidelberger spielten den Satz konsequent zu Ende. „Das Ergebnis geht vollkommen in Ordnung, da Heidelberg einfach besser war. Es schmerzt jedoch, weil mit einer besseren Leistung zumindest 1 Punkt realistisch gewesen wäre!“ so Kapitän Cartano nach dem Spiel.

Lange wird man sich mit der Niederlage nicht aufhalten, denn bereits nächsten Samstag gastiert mit dem MTV Ludwigsburg die nächste Spitzenmannschaft in der Sporthalle Stadtmitte. Ein besonderes Duell, da zum einen die VfL Eigengewächse Schaefers und Ludwig (seit dieser Saison für den MTV schmettern & pritschen) und Coach Hadi letztes Jahr noch Ludwigsburg trainiert hat. Daher wird es am Samstagabend sicherlich spannend werden!

Für den VfL spielten:

Cartano, Metzger, Bayarsaikhan, Meyer, Tischhäuser, Reich, Breuer