So richtig freuen wollte sich irgendwie niemand, als nach knapp zwei Stunden Spielzeit ein Block von Sven Metzger den 5. Satz mit 16:14 zu Gunsten der Sindelfinger entschied. Zu ärgerlich war der Spielverlauf, der so vielversprechend begann. Aber alles der Reihe nach.

Nach der krankheitsbedingten Absage von Außenspieler Jannik Reich reiste der VfL zwar immer noch mit 10 Spielern nach Karlsruhe, davon aber drei nominelle Liberos. So blieb Routinier Martin Tischhäuser das „Allrounder-Los“, denn Benjamin Burkard und Magnus Irion streiften sich das andersfarbige Trikot über. Und Thomas Meyer, gerade frisch aus dem Krankenstand, fand sich aufgrund des kleinen Kaders ehe er sich versah in der Starting-Six wieder.

Der VfL startete furios. Der Annahme-Riegel um Neuzugang Jona Unger, Libero Burkard und Thomas Meyer stand stabil und vorne wütete vor allem Sven Metzger. „Satz 1 und 2 war stark. Wir haben wie im Training einstudiert, unserer Block-Abwehr-Positionen gehalten und so erfolgreich verteidigt wie lange nicht mehr“, so Coach Hadi. Dass der SSC keine Laufkundschaft ist, zeigte er zu Beginn selten, die Hausherren agierten fahrig und ungenau in ihren Aktionen. Zudem knallte Ex-Bundesliga-Spieler Metzger den Badenern in Satz 1 und 2 jeweils zwei Aufschlagserien um die Ohren, die für eine beruhigenden Vorspruch sorgten. Der Block um Thomas Dörr und Jeff Nascimento war gut sortiert und gegen den starken Jona Unger hatte der Hauptangreifer des SSC auf der Diagonalen ein ums andere Mal das Nachsehen. 25:16 und 25:17 waren die deutlichen und verdienten Satzergebnisse.

Die Annahme wackelt und so auch das Spiel

Alles Reden a la „jetzt müssen wir unbedingt die Konzentration hoch halten“ etc. nützte zu Beginn von Satz drei leider nichts. Der SSC schaffte es nun seinerseits den Aufschlagdruck zu erhöhen, der Annahmeriegel wackelte beträchtlich und zur Satzmitte ersetzte Irion Burkard auf der Liberoposition. Doch die Konzentration war weg. Die Annahme blieb ungenau, Zuspieler Darmer, bis dahin souveräner Ballumlenker, hatte mehr und mehr Probleme und so verteidigten die Hausherren Angriff um Angriff der Sindelfinger. „Wir haben einfach keinen Ball mehr tot bekommen. Das war echter Mist“, so Jona Unger, der insgesamt einen starken Einstand mit seinem neuen Team feierte.

Mit Glück den fünften Satz entschieden

Verdient gewann der SSC die Durchgänge drei und vier und als Mittelblocker Strotjohann mit einer weiteren starken Aufschlagserie auf 6:2 stellte, roch es eher nach Heim- als nach Auswärtssieg. Die Sindelfinger steckten allerdings nicht auf und kämpften sich ins Spiel zurück. Hochklassig war es nicht mehr, dafür aber hart umkämpft. Punkt für Punkt arbeiteten sich die Daimlerstädter heran, und gingen beim 14:13 wieder in Führung. Der erste Matchball wurde noch abgewehrt, das nachfolgenden Sideout stand und dann beendete der Metzger-Block das Spiel für Sindelfingen.

„Die zwei Punkte sind gut für den Einstand, nach dem Spielverlauf schmerzt allerdings der verlorene eine Punkt etwas mehr als dass wir uns über die gewonnenen freuen können. Zumal das nächste Heimspiel gegen Botnang verdammt schwer wird!“, resümiert Coach Hadi.

Der VfL hat nun zwei Wochenenden spielfrei, dann kommt es am 05.10. zum Derby gegen den ASV Botnang. Und zum Wiedersehen einiger Bundesliga-Gefährten. Auf Botnanger Seite spielen mit Johannes Elsässer und Dirk Mehlberg ebenfalls zwei ehemalige Rottenburger 1.-Liga-Akteure. „Wiedersehen macht Freude“ heißt es, zumindest vor und vielleicht auch nach dem Spiel! ;)

Für den VfL spielten gegen Karlsruhe: Conrad Darmer, Sven Metzger, Thomas Meyer, Thomas Dörr, Jefferson do Nascimento, Jona Unger, Nico Holze, Magnus Irion, Benjamin Burkard, Martin Tischhäuser